Anja Millen
Aufbruch
Aufbruch
Ich gehe, endlich.
Viel zu lange war ich fort.
Hab rohes Fleisch gegessen, zwischenzeitlich gelacht.
Mach mich auf den Weg durch den Schlachthof,
lasse die Lunge auf dem Tablett und das Herz.
Was brauche ich Atem, was brauche ich Schmerz?
Mein Magen liegt am Boden,
wo die Liebe durchging wächst kein Gras, mehr nicht.
Das Blut bleibt bei mir, rinnt weiter unumwunden.
Wenn ich ankomme –
endlich ankomme –
wirst du mich in die Arme nehmen, in meine.
Dann werd ich weinen und dir erzählen
von der Angst die Seelen frisst.
© Anja Millen
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