Anja Millen
Auguste
Auguste
Es war im Winter 1397, du hattest diesen Schwan gefunden, draußen am mer du temps.
Wie hilflos wir da standen als du ihn brachtest, Auguste, und uns mit großen Augen anschautest, sein Gefieder schneeweiß gebrochen.
Fast schien es als wäre er mit dir verschmolzen, wie du ihn an deine Brust hieltest um ihn zu wärmen, wo keine Wärme mehr Leben spenden konnte.
Deine Augen hatten diesen starren Blick, Auguste, den wir nicht an dir mochten, der Unheil versprach.
Wir konnten ihn dir nicht entreißen, nicht nach Stunden, du hieltest fest an ihm, als könntest du sein Versäumnis nicht mit den Anderen zu ziehen aus ihm herauspressen und ihm dadurch Atem schenken.
Es waren finstere Tage in diesem Winter und es war uns als hätte deine Wut auf uns, die wir stumm da standen, ein Bildnis bekommen, dass wir loslaufen sollen, weg von hier, von dir.
Du warst die Erste die von uns ging, den Schwan noch im Arm haltend haben sie dich dem Feuer geschenkt. Auch die weiße Schneedecke auf den Feldern, die an ihn erinnerte… und an dich, konnte den schwarzen Tod nicht verdecken.
Die nach Süden gezogen waren weinten um unsere Gräber, die es nie gegeben hatte.
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