Anja Millen
Big Girls don't cry
Big Girls don't cry
Fett war sie, ihr Arsch war breit, ihre Titten hingen. Alles an ihr war Fleisch, das ständig in Bewegung schien.Fast unheimlich war es, wie lautlos sie sich bewegen konnte.
Er erwartete doch, dass die Erde bebte und die Dielen knarrten.
Jeden Morgen verließ er sie aufs Neue und jede Nacht kehrte er zurück.
Dann lag sie da, nackt, zerbrechlich in ihrem Bett.
Ihre Brust, die achtlos zur Seite gefallen war, hob und senkte sich ruhig.
Ihr leuchtend rotes Haar rahmte in langen, glatten Strähnen ihr Gesicht ein.
Ihre weiße Haut schien aus dem Porzellan chinesischer Teetassen.
Er wollte sie trinken, wollte sich an ihr ertrinken. Wollte sie wiegen und streicheln, kosen und küssen, ficken und missbrauchen. In all ihrer Größe.
Die Andren, die, die schauten und die, die nie wissen würden, die Spott und Hohn fraßen zum Frühstück -
die, die ihre nackten Finger ausgestreckt in ihre, in seine Seele bohrten-
die, die seinen Tag beherrschten, waren nun verschwunden.
Waren in all ihrer Einsamkeit zurückgeblieben.
Er beugte sich zu ihr, sah das Glitzern der Träne und verfolgte ihren einsamen Weg.
Sie fiel fast sanft von ihrer Nasenspitze als wolle sie die Schlafende nicht stören und erstarb im kühlen Leinen des Betts.
© Anja Millen
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