Anja Millen

Dürre

Dürre

Aus meiner Mitte weine ich,
die letzten Rosenblätter.
Ich trage Kiesel zu dem Haus,
und fülle unseren Brunnen.

Tag ein, Tag aus
erschöpfe ich mich und schlage wild
mit meinen Armen
die Luft, die um mich zieht.

Verzweiflung ist die Bürde,
die meinen Brustkorb sprengt,
die meiner Hände Leben
mit Hass erfüllt.

Schweigend verberge ich dann
mein wundes Fleisch vor dir.
Im Schatten liegt es,
im toten Raum.

Dort, wo Lavendel den Staub durchzieht
und wo die Dornen ruhen.
Dort, wo ich meine Träume singe
und wo mein Mund den Sand verschlingt.