Anja Millen

Eiszeit

Eiszeit

Diese Tage sind die, mit der Schönheit der Einsamkeit.
Kurz bevor die weißen Flocken nicht mehr vergehen bei der ersten Berührung mit dem Asphalt.
Es sind die Tage, in denen deine Schläge mehr schmerzen, die Peitsche diesen müden Wehlaut entlässt, bevor sie sie sich auf der Haut in Stücke sprengt.
Dazwischen kurze Stunden an langen Abenden. Vorm flimmernden Kamin, die Sehnsucht nach einer Höhle, Haut an Haut gezwängt in Daunenfedern.
Manchmal stehst du auf, machst mir Kakao, schenkst ihm majestätisch eine Sprühsahnekrone.
Meine verbrannte Zunge wird taub, der Versuch dieses Gefühl anzuziehen, dass mir endlich warm wird, scheitert schokoladenbraun.
Ich krieche nach außen, in die morsche Hundehütte, kette mich an, dass ich nicht weglaufe.
Das sind diese Tage.