Anja Millen

feuchter lehm

feuchter lehm

und dann wurde mein sommer kalt.
mein herbst, ja, ohne frage.
es ging sehr schnell, die wolken türmten sich
und aus kissen heraus war's als gebaren sie federn.
kaum spürte ich den ersten schnee,
kaum roch ich seine weisse freiheit,
so schmolz er und in seinen tropfen verbarg sich das eis
meines sommers, spiegelglatt zu meinen füßen.
schlitterte ich in den frühling
und dann
als ein jahr vorüber war
atmete ich tief ein.
warf mein geblümtes, häkelrandverziertes taschentuch
auf den boden vor die waschmaschine,
begrub deine graue socke ( die ich in meiner tasche ewiglich umklammerte )
hinterm haus in feuchtem lehm
und öffnete meine tür in die sonne.