Anja Millen

Gefrorener Narziss

Gefrorener Narziss

Ich hätte ihn warnen können, wenige Worte nur.
Hätte ihm von der Kühle meines Eises erzählen können,
bevor sie seine Lippen versiegelt.
Zum ewigen Kuss erstarrter Glanz.

Hätte, als er mich berührte um sich zu finden,
ihn anschreien müssen, dass er zurückweiche.
Hätte ihn entgleiten lassen können, auf mir,
bevor er frierend an mir hing.

Sein Atem, der mir beschlagend die Sicht auf ihn nahm
bis er ausgehauchte Rosen auf mir malte,
wäre nie der meine gewesen.

Seine Zärtlichkeit, wie sie an mich gepresst
in letzter Sehnsucht ein Versuch der Wärme schenkte.
Seine Schönheit der weißbesponnenen Brauen,
der klar geeisten Wimpern,
wäre mir verloren,
hätte ich ihn gewarnt.