Anja Millen

ladenschub

ladenschub

ich bin meine eigene dunkelziffer,
sage ich mir, wenn ich mich betrachte.
ich bin die quotensuppenfrau,
im einerlei, im milchreisbrei.

ich leide schaftlich und bin verquer,
und anders sehe, von aussen bär.
bin ich doch innen, so dekadent,
so hippokratisch und leicht latent.

dann fühle mich ich, sehr schwülstig wohl
und viertelsassa traumbefleckt.
ich bin die anhangdrüse, quietschfidel
und leide leise, und ganz schmerz.

verkünde ich, das ich es bin:
des einen alp, des andren sinn.
red licht bemüht produkt zu sein,
gequält gelächelt, grandios, sehr klein.

tauche ich hinab, in meine lade:
zum schub, zur hand, zur unterhose.

es macht keinen sinn, das ist mir klar,
weils heute alles anders war.