Anja Millen
leibeigen
leibeigen
es sei die nacht mit dir,
mein treuer sklave,
wenn ich dich deiner augen licht beraube,
und auch der schmerz sei dein,
der dir das fleisch zerbrennt
und in die seele schreit.
die qual, die qual.
so wonnig schenkt dir meine macht
die lust, die sich in deinen lenden türmt,
herbeierfleht dein untergang.
noch ist es tag,
doch bald schon badet sich
der finsternis glanz in deinem angesicht
und wenn der heiße stahl,
mein untertan,
dir blindheit schenkt,
dann wirst du doch der rosen schönheit
durch meine hände sehen.
© Anja Millen
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