Anja Millen
Porno
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Ich sehe es schon, das hier wird einer dieser üblichen Pornoszenarien.Sie wissen, die, in denen die Herren ihre Halbherzharten schütteln, bis das weiße Blut ihnen zu Kopf steigt und sie es in zuckende Gärten spucken.
So etwas könnte es schon werden mit Ihnen und mir.
Wenn ich dabei daran denke, daß ich Ihnen von ganz unten nach ganz oben in die Nasenlöcher sehe, sind wir uns auch gleich bewußt, daß ich nicht aufrecht gehe.
Ich bin die Kriechfraktion, je flacher angepresst desto weiter der Weg nach oben.
Auf der, entgegen aller Annahmen, nicht roten sondern grün geblümten Besetzungscouch habe ich mich mich wohl eher nach unten gefickt.
In Anbetracht meiner jetzigen Lage und dem leicht amüsanten Blick Ihrer um die Nasenlöcher verteilten Augen, weiß ich um die Wahrheit dieses vorherigen Satzes.
Nicht, dass es mir etwas ausmachen würde, diese lustigen Sprenkel, die an ein Mille-Fleur-Muster auf alten Tapeten aus den frühen französischen 50ern erinnern, vom Boden aufzusaugen, doch drängt sich tief in meinem Inneren die Frage auf:
Muß Pisse so schmecken?
Natürlich würde ich es nicht wagen, in all meinem flachgepressten Daseinszustand dies laut zu fragen, niemals!
Auch wenn ich mich nach kleinen, erdbeeroten Kapseln mit Bergamottegeschmack sehne, die Sie einnehmen könnten, neben Ihrem Earl Grey, der so hübsche Jahresringe in die Tassen trocknet, um mir die Zunge lüsterner zu machen beim Dienst am Boden.
Ich spüre auch mein hochgerecktes Hinterteil, wird gleich mit einem Schwanz verziert, das kühle Gel erfrischt die Hitzeschlacht, die sich grade eben noch munter zuckend auf und in den Furchen verteilte. Sie haben ganz geschickt die losen Fäden hingeworfen, die Schamesröte dankte Ihnen jeden Hieb mit heißem Puls.
So habe ich mir das auch vorgestellt, das mit Ihnen und mir.
Dieses übliche Pornoszenario halt.
© Anja Millen
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