Anja Millen

Tagebuchseite 1

Tagebuchseite 1

wenn ich alleine bin,
ist das buch geöffnet.
leere seiten die mich anschreien,
längst verlesen, ausgeschrieben.

der tag am meer,
umschlingt mich wie die seile,
die schwarzen,
die, die reißen, wenn man an sie denkt.

7:45
pierre ist raus,
frische brötchen kaufen.
in meinem bett riecht es
nach ihm.
ich hätte raus sollen,
weglaufen vor der nacht.

abend
er hatte gebremst und mich angeschaut.
dieser wilde blick in seinen augen.
mit dem zeigefinger hatte ich kleine kringel auf die beschlagene scheibe gemalt,
meinen kopf langsam zu ihm gedreht,
genickt.
wortlos fuhr er uns über die klippe.