Anja Millen
Von der Liebe, der gehörnten
Von der Liebe, der gehörnten
Ich werde so oft gefragt: Wo kommen deine Bilder her? Und ich horche und horche in mich.Dann trinke ich- ein Glas, eine Flasche und versuche die Antworten zu finden, die mein desaturierter LSD Trip bietet und ich finde sie nicht in diesem Wirrwarr von Bildern.
Sie erdrücken mich, erschlagen mich und ich werde vollgespritzt von allen Seiten von unbekannten Schwänzen und spuckenden Mäulern, die, die unbekannt bleiben und die, die sich sehen wollen in meiner Welt.
Abgebildet in Schwarz und Weiß, in Bunt natürlich auch und dramatisch mögen sie es, sehr dramatisch bitte.
Irgendwo höre ich den Betrachter flüstern: Was will Sie uns damit sagen?
Ich höre meinen Schrei, wie ein Echo von einem dieser Berge, dort, wo ich meine Höhle vergebens suche. Die, die mich vor diesen verfickten Menschen schützt, denen, die sich in mein Leben drängen - ohne Einladung- ohne.
Sehe all die vergrätzten Fotzen und schlaffen Schläuche, die an mir saugen und zehren, kopfschüttelnd, selbstverständlich, kopfschüttelnd.
Dann kommen die Zweifel an meiner Existenz, an meiner Berechtigung des Seins, meines Seins und... deines Seins natürlich auch. Deinem Platz in meinem Sterben. Von Geburt an machen wir nichts anderes, nicht wahr? Ein bisschen Drama muss sein in diesem ganzen stinkenden Haufen Morast.
Zwischendrin ein Frühlingsbote auf meiner Fensterbank im Dunkel. In der Küche kocht das Nudelwasser und im Fernseher werden Superstars gesucht.
Mein Wahnsinn scheint normal.
Dann weine ich ein bisschen und flehe hier und da um das, was mich schlafen lässt, allein, ich finde es nicht.
Nicht in deinem Arm und nicht in meinem Bett.
Dann ist sie da die Liebe, die gehörnte und flüstert mir von Bildern in dem Schlaf den ich nicht finde.
Mein Hotelzimmer - dunkel. Irgendwo eine Stimme: Yes, we can.
© Anja Millen
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