Anja Millen

Woman once a bird

Woman once a bird

Sie fiel und fiel, durch die Lüfte ins bodenlose. Noch wollte sie es auskosten, jeden Meter ihres Weges in die Tiefe ungehindert genießen.
Zuckend durch die Wolkenschleier strömte sie, schneller immer schneller. Versank in rauschendem Blau, glitt durch weiße Schleier und zerriss mit ihrer Macht das Hochmeer in zuckende Blitze. Kristalle besprangen sie, Tautropfen paarten sich im Tanz mit glitzernden Poren ihrer schneeweißen Haut. Über und über begattet von Winden, geliebt von Regen, besprungen von Sonne.
Schon sieht sie das Ende nahen, ahnt ihr Dunkel in der Ferne und flügellos gleitet sie nieder um ihren Schatten ein erstes letztes Mal zu küssen.